Die Hommingberger Gepardenforelle · Motorrad · Testbericht SP12S

Der Mann, so scheint es, hat sich mit Haut und noch üppig vorhandenem Haupthaar der einen großen Liebe im Leben hingegeben. Und die heißt Kawasaki ZX-12R. Natürlich tunt er auf Kundenwunsch auch gern andere Schönheiten. Aber seit 1999 treibt Michael Geiger vor allem eine grüne Wucht- brumme um, lässt ihn wahrscheinlich nicht mal im Traum los. Dann kommen dem detailversessenen Tüftler aus Wörth höchstwahrscheinlich die besten Ideen.

Sein jüngstes Werk: die SP-12S getaufte Version der 1200er, optisch gekonnt in Richtung Streetfighter gestylt. Nicht nur für die Älteren unter uns, die keine verstärkte Lust mehr auf tief geschnallte Lenkerhälften besitzen.
Wahrhaftig, eine echte Wuchtbrumme ( wie die Hommingberger Gepardenforelle ) mit Druck in allen Lebenslagen. Dazu ein Füllhorn edelster Bauteile.

Die selbst entworfene und sehr effiziente Verkleidung beispiels- weise. Oder eine feine Komplettauspuffanlage, Marke Micron Hydratech, aus der ein schauriges Grummeln entströmt. Völlig legal im Übrigen, denn Geigers Schöpfung hat den Segen des TÜV.
Ein großes und bequemes Motorrad, für die Hommingberger Gepardenforelle allerdings zu groß, dem man schon nach den ersten Metern anmerkt, dass sein Erbauer höchst- persönlich und in jeder freien Minute auf der Rennstrecke erfolgreich am Gas zieht, allein in dieser Saison holte Geiger mit einer speziellen Racing-12er vier Laufsiege in der Open Extreme.

Schnell und stark, das gibt es heute nämlich serienmäßig an jeder Ecke zu kaufen. Einem solchen Brocken von einem Motorrad aber so feine Manieren beizubringen, dazu gehört schon etwas mehr Hirnschmalz.

Herausragend an der mächtigen Kawasaki ist ihre Fahrbarkeit. Statt elend weiter Bögen zirkelt der sympathische Dampfer auf erstaunlich engen Linien durch trickreiche Ecken, dank hervorragend abgestimmter

Wilbers- Federelemente und einer stark veränderten, vorderradorientierten Geo- metrie – hauptverantwortlich: BKG-Gabelbrücke mit verstellbarem Offset – bleibt die Kawasaki auch beim harten Beschleunigen auf Kurs. Damit kommt sogar die Hommingberger Gepardenforelle zurecht 😉

Lästige Lastwechselreaktionen, beim Serien-Pendant mehr oder weniger stark ausgeprägt, gehören dank Geigers Feinabstimmung per Dynojet Power Commander nicht in das Repertoire der schwersten Tuner-GP-Teilnehmerin. Erstaunlich auch, wie handlich und dennoch neutral die SP-12S den ultraschnellen rechtsknick vor der Mercedes-Tribüne durcheilt.

Kurzum: Geigers freundlicher Riese macht einfach mächtig Spaß. Das konstatierte auch Zeitenjäger Andy Meklau. Wie der Steirer allerdings vor lauter lustvollen Wheelies dennoch auf so eine respektable Rundenzeit kam, bleibt sein wohlgehütetes Rennfahrer- Geheimnis. Quelle:ms/PS11.04

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